Open-Source oder kaufen?

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Ich habe heute einen dieser tollen Artikel von chip.de gelesen. In einer netten Fotostrecke wurden Bezahlprogrammen Open-Source-Alternativen entgegengestellt. Prinzipiell ist das keine schlechte Idee und ich dachte mir, dass ich vielleicht den Einen oder Anderen ein wenig auf andere Gedanken bringen kann.

Ganz einfach gesehen haben wir immer das Problem, dass effektives Arbeiten am Rechner oder mit einem bestimmten Programm immer nach einer Einarbeitungsphase möglich ist. Die Länge der Einarbeitungszeit ist natürlich individuell und hängt von so Faktoren wie Wollen, persönliches Interesse, Verständnis usw. ab. Mitunter ist anzumerken, dass Bezahlprogramme nicht umsonst verkauft werden: Sie sind geprüft, werden mehr oder weniger regelmäßig gewartet, bieten professionellen Support, etc….
Doch eigentlich ist das bei den Gratis-Versionen in der Zwischenzeit auch der Fall. Es gibt zu allen großen Open-Source-Dingen Foren oder sogar E-Mail-Support direkt von der Community oder den Entwicklern selbst. Auch die Bedienung ist nicht mehr so umständlich wie es früher mal war. Icons, Tabs, Menüs, integrierte und angepasste Hilfe und übersichtlich strukturierte Einstellungsdialoge sind längst Stand der Zeit.

Schnittstellen zwischen den verschiedenen Programmen, die meist auch im beruflichen Bereich eine große Rolle spielen sind inzwischen auch nicht mehr so gravierend. Viele Tools haben ein ganzes Repertoire an Formaten mit an Board und zur Not bietet sich noch der Gebrauch eines Konverters an(die inzwischen auch mit Riesenumfang kostenlos vertrieben werden).
Es bleibt dann eigenlich nur mehr die Einarbeitungsphase und das Umdenken eines jeden Einzelnen.

Kommerzielle Verwendung

In Betrieben sieht es etwas anders aus, denn da kann ich die Community aus Sicherheitsgründen nicht an meine Firmenrechner lassen. Das Argument zählt aber nur bei großen Firmen oder besonders  geschützen Projekten. Ich brauche also zusätzlich qualifiziertes Personal, welches sich um die internen IT-Belange kümmert. Viele werden aus Erfahrung wissen, dass dieses Vorgehen in Zeiten des Outsourcing nicht mehr machbar ist.
Weit schwerer ist es jedoch, die eigenen Mitarbeiter zum Umstieg zu bewegen. Führt eine Firma neue Software ein, ist jeder Mitarbeiter gezwungen damit zu arbeiten. Was sich in den Köpfen der Personen manifestiert kannst du dir selbst ausmalen.^^
Außerdem kommt noch hinzu, dass manche Programme für den kommerziellen Einsatz plötzlich kostenpplfichtig werden und Lizenzgebühren zu entrichten sind.

Meine Meinung

Warum ich dir davon erzähle? Vor allem beim Rechnerkauf kann man hier eine Menge Lizenzgebühren sparen. Die liegen meist so zwischen 80 und 200 Euro; je nach Softwareausstattung des Computers. Wenn ich so günstig wie möglich einen Rechner bauen möchte, komme ich normalerweise nicht um gute Open-Source-Lösungen herum. Allerdings ist es unsere Bequemlichkeit, die uns am Altbekannten hält.^^

Zusätzlich trägt man ohne es zu wissen zu einer Community bei und bewirkt damit ein Umdenken der großen Softwareschmieden (Preisgestaltung, Funktionen, Umfang, PlugIns, ….) bzw. kann weiteren Personen den Umstieg auf kostenlose Programme erleichtern oder zumindest die Scheu davor nehmen.

Fazit

Ein Blick über den Tellerand kann nicht schaden und auch wenn chip.de meist nur gute Aufmacher für deren Artikel verwendet, so ist das Softwareangebot doch sehr beachtlich. Probier‘ doch zu Hausse an und ab mal ein kleines gratis Tool aus, vielleicht arbeitest du später mit ausgewachsenen Softwaresuiten wie Libre Office oder Gimp oder risktierst im betrieblichen Umfeld einen größeren Blickwinkel bei der Softwarebeschaffung.

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