soziale Netzwerke & Datenschutz

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Soziale Netzwerke sind seit einiger Zeit das absolute Highlight im Internet. Die Vorteile dabei liegen natürlich auf der Hand:

  • Man erreicht jederzeit viele Leute; selbst solche mit denen man sich nicht so oft persönlich sieht
  • Man bleibt jederzeit gut informiert (je nachdem, wieviel die anderen Personen preisgeben)
  • Lange Distanzen sind kein Hindernis
  • Sämtliche digitale Medien lassen sich einfach teilen (Fotos, Videos, Artikel, Musik, uvm….)

Während myspace und viele VZ’s (studivz, schülervz, meinvz, ….) den Auftakt zur Vernetzung gemacht haben, ist derzeit Facebook das einzige ernstzunehmende Netzwerk (Ausnahme auf profesisoneller Ebene: xing). Neben privater Verwendung bietet dieses Netz auch Platz für Vereine, Organisationen, Hobbys und natürlich Werbung. Ein weiteres Netzwerk ist google+. Es ist zwar noch nicht so groß, wird aber noch massiv weiterwachsen. Das Konzept ist das Selbe wie bei Facebook, jedoch mit weniger Werbung und einer derzeit noch einfacheren Bedienung. Kleinere Netzwerke halten sich auch noch so, werden aber meist zusammen mit Facebook genutzt (Lokalisten, zwigge).

Kehrseite der ganzen Sache ist zum Ersten das Bewusstsein der User und zum anderen das sogenannte Opt-out-Verfahren. Es handelt sich hierbei um die Datenfreigabe jedes einzelnen Nutzers. Nach europäischen Recht sind einige Freigaben gar nicht erlaubt; was aber nur eine geringe Anzahl der Nutzer wissen (nähere Infos). Eine wichtige und gute Beobachtung habe ich jedoch in den letzten Monaten/Jahren gemacht: Immer mehr Profile werden gesperrt; dh. wenn man nicht mit der anderen Person „befreundet“ ist, sieht man keine persönlichen Angaben udgl. Allerdings ist das noch nicht bei allen der Fall.
Zurück zum Opt-out.^^ Einfach gesagt, wird alles so eingestellt, dass es für Jeden such-, sicht- und abrufbar ist: fremde Personen, Suchbots (google, yahoo, yasni, 123people uvm…), …. Jeder einzelne Nutzer muss sich also selbst um seinen Datenschutz kümmern. Was für Privatpersonen umständlich und ärgerlich ist, ist für Organisationen ein massiver Vorteil, denn während man selbst nur für Freunde, Familie und Bekannte erreichbar sein möchte, will eine Firma oder ein Verein die größtmögliche Informationsstreuung haben (was so weit verständlich ist).
Als nächstes kommt die Belastung durch Werbung dazu. Viele von euch werden sich noch nie die Frage gestellt habem, welche Werbung sie rechts auf Facebook angezeigt bekommen und warum. Allerdings laufen im Hintergrund richtig gute Datenverwertungsalgorythmen, welche alle eingegebenen Daten (Postings, Kommentare, Kommentarfrequenz zu bestimmten Themen, Klickverhalten und -frequenz, Fotos, Likes, Onlinezeiten, ……) bestimmten Zielgruppen zuteilen und verhaltensgerechte Werbung beim jeweiligen User schalten. Einerseits toll, denn du bekommst immer nur Werbung für Dinge, die dich auch interessieren, andererseits bist du marketingtechnisch ein offenes Buch für unzählige Firmen, die bei sozialen Netzten werben (Einen feinen Artikel gibt es dazu im Welt der Wunder 06/10). Ich für meinen Teil möchte wenigsten ein Stück vom Kuchen haben, wenn ich schon verkauft werden.
Damit wären wir beim Bewusstsein der Nutzer. Aufgrund des Internets und der sozialen Netzwerke ist es ganz normal geworden Namen zu googeln oder in den Netzwerken danach zu suchen. Und wieder zwei Seiten: Einmal findet man Personen sehr schnell und einfach und anderseits kann sich aber Jeder sofort teilweise sehr persönliche Informationen einholen. Nachteiligt wirken sich derartige Dinge bei der Jobsuche aus. Personen des öffentlichen Lebens geht es genauso (gut, die haben wahrscheinlich Jemanden eingestellt, der soziale Netzwerke professionell betreibt und wartet).

Das Urheberrecht spielt hier auch noch eine Rolle. Durch das schnelle und leichte Datensharing, begeht man schnell unbewusst eine Urheberrechtsverletzung. Wir werden derzeit noch nicht dafür belangt, aber es wird sicher noch so weit kommen.

Weiteres Manko sind professionelle Datensammler aus der Dunklen Ecke. Wer sich in jüngster Zeit mit News aus dem Bereich beschäftigt hat, hat bemerkt, dass Angriffe sehr häufig, gezielt und erfolgreich ausgeführt wurden. Die wohl bekannteste Gruppe Anonymus wurde sogar in den ORF-Nachrichten erwähnt, was meiner Meinung nach was heißen will.

Im Großen und Ganzen bleibt dem armen Netzwerker nichts anderes über als sich umfangreich über das jeweilige Netzwerk zu informieren, Updates genau im Auge zu behalten und dann alle Optionen ganz genau einzustellen.
Alternativen, die auf Datenschutz ausgelegt sind und mit dem, dem Opt-Out gegenteiligen Opt-In-Verfahren arbeiten sind derzeit rar gesät und müssen erst aufgebaut werden (diaspora). Dabei kommt es aber wieder auf die Unterstütung der Community an. Ohne Nutzer stirbt logischerweise jedes soziale Netzwerk. Nette Zugabe zur Verdeutlichung:

Fazit:

  • Achte darauf, was du mit wem teilst
  • Schau dir von Zeit zu Zeit die Systemupdates deines sozialen Netzwerks an
  • Wähle deine Einstellungen genau aus
  • Steige notfalls um, auf herkömmliche Kommunikationsmehtoden (E-Mail, Telefon, Skype)
  • Treffe deine Leute besser beim Wirten um’s Eck

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