W-LAN, die eigene Wohnung und die Strahlen….

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Das große Thema von drahtlosen Netzwerken (IEEE802.11 b/g/n) und anderen Funksystemen wird uns immer wieder beschäftigen. Es ist ein ewiges Für und Wieder; die medizinischen Untersuchungen helfen uns auch nicht weiter, da man nicht weiß, wie sie genau gemacht wurden und die Langzeitwirkung nicht wirklich geprüft werden kann und die meisten Anwender nicht wirklich Physikspezialisten sind.
Einige Dinge kann man aber beachten, wenn man der Strahlenemmission skeptisch gegenüber steht und trotzdem in der eigenen Wohnung flexibel Internet und Heimserver nutzen und maximele Versorgung in exakten definierten Räumen haben möchte.

Allgemeine Situation

Problem bei der Sache ist erstmal, dass alle Internetanbieter Universalrouter vertreiben, die eine Antenne mit kugelförmiger Abstrahlung benutzen. Damit teilen sich die gesetzlich festgelegten 10mW auf einen sehr großen Bereich auf, was unweigerlich nur wenig Raum mit ordentlicher Performance versorgt und nach ein oder zwei Wänden ganz aufhört bzw. unerwünschte Bereiche der eigenen Wohnstätte „verstrahlt“.

Ich fasse kurz zusammen:

Vorteile:

  • großräumige Versorgung
  • Standort nur teilweise wichtig

Nachteile:

  • schnelle Leistungsabnahme
  • mäßige Übertragungsraten
  • unbestimmbare Versorgnungsaufteilung

erste Maßnahmen

Abhilfe in erster Linie die überlegte Platzierung der Router selbst. Sie müßen nicht unmittelbar an der Telefondose hängen, sondern können ohne weiteres mit einem entsprechenden Kabel dorthin gestellt werden, wo man selbst das Netzwerk am meisten braucht/benutzt. Sollte die Versorgung des Netzanbieters gut sein, kann man locker eine 20 Meter Verlängerung zwischen Telefondose und Router hängen, ohne Leistungseinbußen in Form von Leitungsdämpfung in Kauf zu nehmen.

Eine weitere Möglichkeit zur gezielten Steuerung der abgestrahlten Leistung ist der Einsatz von anderen Antennen und die Nutzung von kabelgebundenen Access-points.

Antennen

Bei der Benutzung von neuen Antennen ist vor dem Kauf zu prüfen, ob die Standardantenne des Routers überhaupt abgeschraubt werden kann. Bei einigen Modellen, kann es der Fall sein, dass die Antenne fix verbaut ist, was einen einfachen Austausch unmöglich macht.

Danach kommt die Qual der Wahl.^^ Es gibt unterschiedliche Antennenformen für unterschiedliche Einsatzzwecke:

Die Rundstrahlantenne ist sinnvoll für eine Abstrahlung, die zB. ein Geschoß abdeckt, aber ins darüber- und darunterliegende Geschoß emittiert.
Mit einer Richtstrahlantenne erreicht man eine eher kleine, exakt gerichtete Versorgung. Hierbei spielt die genaue Einrichtung eine große Rolle. Durch die konzentrierte Leistung auf einem relativ kleinen Bereich ist die Signalschwächung durch Wände, Wasserleitungen, Hauselektrik und andere Funksysteme eher gering.
Sektorantennen bilden eine kreissegment-förmige Abdeckung. Sie sollten ebenfalls genau eingerichtet werden, sind aber nicht so präzise wie Richtstrahlantennen. Eine Abstrahlung in andere Ebenen des Gebäudes ist bei horizontaler Ausrichtung ebenfalls nicht gegeben.

Die meisten Antennen haben bereits die entsprechende Schraubanbindung und müssen nur an den Router angeschlossen werden.

Acces-Points

sind kleine Geräte, die per Netzwerkkabel an den Router angeschlossen werden und seine Reichweite entsprechend vergrößern. Somit ist es möglich zB. im Erdgeschoss einen Raum über den Router selbst zu versorgen und in einem anderen Geschoss oder im Garten einen weiteren „HotSpot“ einzurichten, ohne mit gerichteten Antenne durch das ganze Haus zu senden.
Access-Points können ebenfalls mit anderen Antennen kombiniert werden um ihre Leistung noch zu präzisieren.

Mit diesem beiden Möglichkeiten ergeben sich folgende Fakten:

Vorteile 

  •  gezielte Netzabdeckung
  • gute Leistungswerte in den versorgten Bereichen
  • keine Abstrahlung in nicht erwünschte Bereiche

Nachteile

  •  Mehrkosten durch zusätzliche Hardware
  • Installationsaufwand
  • Ausmessen der Netzabdeckung

Fazit

Möchte man keine Beeinflussung durch Mikrowellen aus dem 2,4GHz-Band mit einer Ausgangsleistung von maximal 10 Milliwatt, nimmt man ein Kabelnetzwerk. Allerdings sollte man sich dann auch explizit Gedanken über den Elektrosmog des eigenen Heimrechners machen und sich den Einsatz von Mikrowellengeräten, Bluetooth, Handy und Funktelefonen überlegen oder bedenken dass es im Freien GPS gibt.

Wenn man sich der Technik etwas bewusster ist/wird, ist es durchaus möglich mit recht einfachen Mitteln, ohne abgeschlossenes Physikstudium und einem geringem finanziellen Mehraufwand „gezielt verstrahlte“ Bereiche einzurichten und die restlichen Räume emissionsfrei zu halten.

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