Internet & Datenschutz

No Gravatar

Nachdem nun eine große Affäre aufgekommen und ein paar andere „Insitutionen“ Zugeständnisse abgegeben haben, möchte ich mich auch einmal über das Thema auslassen.

Erstmal die persönliche Lage:
Ich verwende aktiv ein Smartphone mit allen darauf verfügbare Funktionen. Die Standortfunktionen sind nur nachts deaktiviert (mein Bett finde ich auch so) und ansonsten wird immer gesurft, gechattet und navigiert.
Im Gegenzug poste ich kaum bis gar nicht auf Facebook und keine persönlichen Dinge auf g+ oder sonst einem sozialen Netzwerk. Meine privaten Fotos liegen auf meinem (geschützten) Webspace und nicht auf einem fremden Server.
Internet (und zwar immer und überall) gehört für mich zur Grundversorgung!

Wenn man nun Daten ins WWW stellt, können diese Daten von anderen angesehen/ausgelesen werden, vorstellbar wie eine Bibliothek. Wer nun denkt, dass niemand aus ’ner Bibliothek Bücher holt und diese liest oder Zusammefassungen daraus erstellt, muss als naiv bezeichnet werden.
Im Internet spielt es sich kaum anders ab. Es stellt sich nicht die Frage, ob man überwacht (oder als potenzieller Kunde gehandelt wird) sondern nur wieviel Information hat man über mich?

Es obliegt nun also jedem einzelnen, welche Schriftstücke oder welches Bildmaterial er in die größte Bibliothek der Welt stellen möchte. Ich weiß, dass  das schwer ist, da man sein Morgengesicht (mit Polsterfalten) der Welt nicht vorenthalten möchte, doch vielleicht interessiert es ja doch niemanden?
Man sieht es zwar recht selten, aber trotzdem kann man soziale Netzwerke sinnvoll nutzen.
Und dann wird es plötzlich völlig egal, wie oft ich wo online bin, da es keine Information darüber gibt, was ich mache, kaufe, vorhabe oä….

Von mir aus darf Vater Staat und alle anderen rundherum gerne wissen wann ich wo bin. Schließlich sage ich es auch dem Nachbar, wenn er’s wissen will. Im Netz geht’s erfahrungsgemäß etwas schneller.
Der Punkt ist, wenn ich nur irgendwo bin habe ich nichts verbrochen und weise kein statistisch verwertbares Muster auf oder verschwinde in der Masse an Leuten, die ihrem täglich Geschäft samt Smartphone nachgehen. Gefährlich wird’s wenn man sich selbst auf sämtlichen Plattformen hyperaktiv eigenvermarktet denn dort sind die Daten zu holen, die ein Persönlichkeitsprofil mit Freizeitaktivitäten/Hobbies, Religionsverhalten, persönlichen Interessen und politischer Neigung ermöglichen.

In diesem Sinne wäre vielleicht etwas weniger Aufregen sinnvoll und die damit gesparte Energie steckt man wieder in die Denkmurmel, wenn man das nächste mal mit dem Finger oder der Maus über dem „Posten“-Button schwebt!

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