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Facebooks Datenpolitik

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Letztes Jahr gab es massive Kritik an dem Geschäftsmodell von Facebook. Vor allem die EU-Komission möchte gerne eine Anpassung an das EU-Recht. Das betrifft vor allem wieder einmal mehr die Einstellung von FB zu den Bedingungen wie Nutzer Einverständisse abgeben bzw. wie den Nutzern Einverständnisse entlockt werden. Mark Zuckerberg hat noch Zeit bis April die Problemchen aus der Welt zu schaffen, da dann der Börsengang bevorsteht und der wäre für die derzeit schwerste Online-Firma unter einem schlechten Stern, wenn die EU nicht richtig mitmacht.

Zusätzlich machten Berichte über den gezielten Datensatzverkauf in Amerika die Ansagen von FB-Sprechern nicht gerade glaubwürdiger. Die US Wettbewerbsaufsicht hatte da einmal den Hebel angesetzt und leichte Sanktionen verhängt.

netzwelt.de: „Sieben Vorwürfe

Vorgeworfen wurde dem Unternehmen beispielsweise, dass es behauptete, Apps von Drittanbietern würden nur auf die Daten zugreifen, die zur Installation der Anwendung erforderlich seien, obwohl diese Einschränkung nicht bestand. Vor der FTC stellte sich heraus, dass Drittanbieter-Apps zu allen Daten im Profil eines Nutzers Zugang hatten. Darüber hinaus betonte das Soziale Netzwerk stets, dass die Anwendungen von Dritten vor dem Facebook-Zugang verifiziert würden, auch dies stellte sich vor der Bundesbehörde jedoch als falsch heraus.

 Das Unternehmen musste zudem zugeben, dass Nutzerinformationen mit Werbeanbietern geteilt wurden und dass Profile genauso wie alle enthaltenen Fotos und Daten nicht gelöscht wurden, selbst wenn Nutzer sich zum Löschen ihres Accounts entschlossen. Viele dieser Anschuldigungspunkte sind nicht neu und werden schon seit geraumer Zeit von Datenschützern besonders in Deutschland kritisiert. Dass Facebook jedoch sein Fehlverhalten zugibt, ist eine Premiere.

Im heurigen Jahr gab bis dato noch keine außergewöhnlichen Berichte oder neue Probleme mit Facebook. Nichts desto trotz kann ich nur weiterhin vor einer exzessiven privaten Nutzung des Netzwerks abraten. Wir haben heute alle Möglichkeiten und Technologien und es ist kein Fehler andere Programme als Facebook zu verwenden:

  • FB-Nachrichten –> E-Mail
  • FB-Chat –> Skype-Chat
  • FB-Galerie –> unabhängige Bilderdienste (flickr, picasa, 500px udgl…..)

Die Persönlichkeit und unser Verhalten sollten Dinge sein, die nicht von Programmen ausspioniert und analysiert werden sollten, sondern im persönlichen Kontakt weitertransportiert und vom Gegenüber (nicht) angenommen werden. FB wäre eine tolle Plattform, wenn die Firma nicht so mit unseren Daten umgehen würde.

Datenschutz & Überwachung der Bürger

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Am 24. November geht ein neuer Gesetzesentwurf zur Begutachtung (Presse, futurzone), der es dem Staat erlaubt alle Kommunikationsmöglichkeiten (Festnetz, Mobiltelefon, SMS, Mail, Internet, …) eines jeden Bürgers aufzuzeichnen. Die Aufforderung zur Umsetzung dieses Entwurfs erging bereits 2006 von der Europäischen Union an alle Mitgliedsstaaten.

Im Gegensatz zur derzeitigen Lage, in der, bei begründetem Tatverdacht per Gerichtsbeschluss eine Überwachung erfolgt, wird in Zukunft jeder Bürger als potenziell gefährlich eingestuft und sollte überwacht werden.
Grund für diese geplante Verletzung der Privatsphäre durch den Staat ist die allgemein Terrorhysterie, die derzeit von Großmächten zur gezielten Angstmache und Manipulation des Volkes benutzt wird.

Der schleichende und schrittweise Aufbau von Überwachungsmitteln ist der Anfang eines Polizeistaates. Natürlich ist es gut, dass in Wien öffentliche Verkehrsmittel videoüberwacht werden um Vandalen ihrer gerechten Bestrafung zuzuführen. Die andere Seite ist: Was passiert in Zukunft mit diesen Daten? Wer ist darauf zu identifizieren? Wie lange wird das Material gespeichert? Wird die Aufzeichnung in Zukunft ausgeweitet? Wer hat Zugriff und inwieweit darf das Material verwendet werden?

Sollte der Beschluss durchgehen, ist es fraglich inwieweit der Staat den Datenverkehr des Landes analysiert und auswertet. Für den einfachen Nutzer macht es keinen Unterschied, da sich sein Surfverhalten wahrscheinlich nicht ändern wird. Trotzdem sehe ich ein Mail wie klassische Post und damit gilt auch hier das Briefgeheimnis. Muss man sich also in Zukunft Gedanken darüber machen, wie man ein Mail schreibt/verfasst?

Ich persönliche hoffe, das der Gesetzesentwurf nicht durchgeht. Die Freiheit des Netzes und das Persönliche eines Telefonats oder Mails sollte erhalten bleiben!